Wissen & LeitfadenMicrosoft Copilot im Unternehmen
Microsoft Copilot im Unternehmen

Copilot Studio und Agent Builder: Unternehmensagenten kontrolliert einsetzen

Ein Unternehmensagent ist mehr als ein gespeicherter Prompt. Er kann Anweisungen, Wissensquellen und je nach Produkt auch Aktionen oder Workflows bündeln. Dieser Leitfaden erklärt, wo Agent Builder endet, wann Copilot Studio relevant wird und welche Kontrollen vor einer Freigabe erforderlich sind.

Von Project Atlas Redaktion · Lesezeit: 3 Minuten · Zuletzt fachlich geprüft: 06.11.2026
Hinweis: Microsoft verändert Agenten, Lizenzen und Abrechnungsmodelle laufend. Die Einordnung basiert auf der zum Prüfdatum erreichbaren Microsoft-Dokumentation und ersetzt keine Prüfung des eigenen Mandanten, Vertrags und Verbrauchsmodells.

Agent Builder und Copilot Studio sind nicht dasselbe

Microsoft beschreibt den Agent Builder als Einstieg, um wiederverwendbare Anweisungen und Wissensquellen für einen Agenten zusammenzustellen. Er ist in bestimmten Microsoft-365-Umgebungen verfügbar und berücksichtigt die bestehenden Grenzen des Mandanten. Die genaue Oberfläche und der Zugriff hängen von Rollout und Lizenzierung ab.

Copilot Studio ist für weitergehende Szenarien relevant, etwa wenn Konnektoren, externe Dienste, Aktionen oder komplexere Workflows benötigt werden. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Agent Builder selbst keine Erstellungsaktionen für externe Dienste unterstützt. Für solche Erweiterungen kann ein Agent in Copilot Studio weiterbearbeitet werden.

Vier Agententypen für den Einstieg

Ein kleiner Betrieb muss nicht mit einem vollständig autonomen Agenten starten. Diese Abstufung erleichtert die Kontrolle:

Die Bezeichnungen sind ein redaktionelles Prüfraster, keine Microsoft-Produktkategorien. Entscheidend ist, welche Daten und Aktionen der konkrete Agent tatsächlich erhält.

  • Wissensagent: beantwortet Fragen aus freigegebenen Anweisungen, Websites oder Dokumenten.
  • Entwurfsagent: erstellt Zusammenfassungen, Antwortvorschläge oder Checklisten, führt aber nichts nach außen aus.
  • Workflow-Agent: übergibt Daten an definierte Schritte oder Anwendungen und protokolliert die Ausführung.
  • Aktionsagent: kann Nachrichten senden, Datensätze ändern oder andere Systeme ansprechen und braucht deshalb zusätzliche Freigaben.

Datenzugriff folgt nicht automatisch aus dem Prompt

Ein Agent darf nicht mehr sehen als die verbundene Umgebung und die zugrunde liegenden Berechtigungen erlauben. Trotzdem müssen Quellen und Zielgruppe bewusst festgelegt werden. Ein frei zugänglicher Webinhalt ist etwas anderes als ein SharePoint-Bereich mit internen Verträgen.

Vor der Veröffentlichung sollte dokumentiert werden:

  • welche Websites, Dateien, SharePoint-Bibliotheken oder Connectoren als Quellen dienen,
  • welche Benutzergruppen den Agenten finden und verwenden dürfen,
  • ob bestehende Microsoft-365-Berechtigungen korrekt greifen,
  • welche Daten in Prompts, Konfiguration und Ausgaben verarbeitet werden,
  • welche Aufbewahrungs-, Lösch- und Protokollregeln gelten.

Aktionen nur mit einem klaren Freigabepunkt

Besonders kritisch sind Aktionen mit Außenwirkung. Dazu gehören E-Mails, Kundenantworten, Terminänderungen, Löschungen, Zahlungen, Vertragsänderungen und das Veröffentlichen von Inhalten.

Für diese Aktionen sollte der erste produktive Prozess mindestens:

Ein Agent, der nur eine Antwort vorbereitet, ist nicht automatisch sicher. Auch Quellen können falsch, veraltet oder falsch berechtigt sein.

  • einen Entwurfsmodus statt sofortiger Ausführung nutzen,
  • die betroffenen Datensätze vor der Aktion anzeigen,
  • eine menschliche Bestätigung verlangen,
  • Fehler und Ausführung protokollieren,
  • einen Abbruch- oder Deaktivierungsweg besitzen,
  • mit Testdaten und einem begrenzten Benutzerkreis beginnen.

Kosten nicht mit „kostenlos“ gleichsetzen

Microsoft dokumentiert unterschiedliche Modelle: Bestimmte Agents mit öffentlichen Daten oder einfachen Anweisungen können innerhalb berechtigter Copilot-Chat-Umgebungen ohne zusätzliche Nutzungskosten verfügbar sein. Agents mit gemeinsam genutzten Mandantendaten, etwa aus SharePoint oder über Connectoren, können dagegen nutzungsbasiert über Copilot Studio beziehungsweise Copilot-Guthaben abgerechnet werden.

Welche Aussage gilt, hängt von Lizenz, Mandant, Agenttyp, Quelle und Abrechnungseinstellung ab. Eine veröffentlichte Anleitung sollte deshalb niemals pauschal schreiben, ein Unternehmensagent sei kostenlos.

Freigaberaster für einen ersten Agenten

Vor der Freigabe kann das Team diese Fragen in einem kurzen Protokoll beantworten:

Wenn diese Felder nicht beantwortet werden können, sollte der Agent zunächst als Entwurf oder interner Test bestehen bleiben.

  • Zweck und erwartetes Ergebnis:
  • erlaubte Datenquellen:
  • nicht erlaubte Daten:
  • Nutzergruppe und Verantwortliche:
  • erlaubte Aktionen:
  • erforderliche menschliche Bestätigung:
  • erwartete Kosten oder Verbrauchseinheiten:
  • Testfälle und Abbruchkriterien:
  • Prüfdatum und nächster Review: