Vier Agententypen für den Einstieg
Ein kleiner Betrieb muss nicht mit einem vollständig autonomen Agenten starten. Diese Abstufung erleichtert die Kontrolle:
Die Bezeichnungen sind ein redaktionelles Prüfraster, keine Microsoft-Produktkategorien. Entscheidend ist, welche Daten und Aktionen der konkrete Agent tatsächlich erhält.
- Wissensagent: beantwortet Fragen aus freigegebenen Anweisungen, Websites oder Dokumenten.
- Entwurfsagent: erstellt Zusammenfassungen, Antwortvorschläge oder Checklisten, führt aber nichts nach außen aus.
- Workflow-Agent: übergibt Daten an definierte Schritte oder Anwendungen und protokolliert die Ausführung.
- Aktionsagent: kann Nachrichten senden, Datensätze ändern oder andere Systeme ansprechen und braucht deshalb zusätzliche Freigaben.
Datenzugriff folgt nicht automatisch aus dem Prompt
Ein Agent darf nicht mehr sehen als die verbundene Umgebung und die zugrunde liegenden Berechtigungen erlauben. Trotzdem müssen Quellen und Zielgruppe bewusst festgelegt werden. Ein frei zugänglicher Webinhalt ist etwas anderes als ein SharePoint-Bereich mit internen Verträgen.
Vor der Veröffentlichung sollte dokumentiert werden:
- welche Websites, Dateien, SharePoint-Bibliotheken oder Connectoren als Quellen dienen,
- welche Benutzergruppen den Agenten finden und verwenden dürfen,
- ob bestehende Microsoft-365-Berechtigungen korrekt greifen,
- welche Daten in Prompts, Konfiguration und Ausgaben verarbeitet werden,
- welche Aufbewahrungs-, Lösch- und Protokollregeln gelten.
Aktionen nur mit einem klaren Freigabepunkt
Besonders kritisch sind Aktionen mit Außenwirkung. Dazu gehören E-Mails, Kundenantworten, Terminänderungen, Löschungen, Zahlungen, Vertragsänderungen und das Veröffentlichen von Inhalten.
Für diese Aktionen sollte der erste produktive Prozess mindestens:
Ein Agent, der nur eine Antwort vorbereitet, ist nicht automatisch sicher. Auch Quellen können falsch, veraltet oder falsch berechtigt sein.
- einen Entwurfsmodus statt sofortiger Ausführung nutzen,
- die betroffenen Datensätze vor der Aktion anzeigen,
- eine menschliche Bestätigung verlangen,
- Fehler und Ausführung protokollieren,
- einen Abbruch- oder Deaktivierungsweg besitzen,
- mit Testdaten und einem begrenzten Benutzerkreis beginnen.
Kosten nicht mit „kostenlos“ gleichsetzen
Microsoft dokumentiert unterschiedliche Modelle: Bestimmte Agents mit öffentlichen Daten oder einfachen Anweisungen können innerhalb berechtigter Copilot-Chat-Umgebungen ohne zusätzliche Nutzungskosten verfügbar sein. Agents mit gemeinsam genutzten Mandantendaten, etwa aus SharePoint oder über Connectoren, können dagegen nutzungsbasiert über Copilot Studio beziehungsweise Copilot-Guthaben abgerechnet werden.
Welche Aussage gilt, hängt von Lizenz, Mandant, Agenttyp, Quelle und Abrechnungseinstellung ab. Eine veröffentlichte Anleitung sollte deshalb niemals pauschal schreiben, ein Unternehmensagent sei kostenlos.
Freigaberaster für einen ersten Agenten
Vor der Freigabe kann das Team diese Fragen in einem kurzen Protokoll beantworten:
Wenn diese Felder nicht beantwortet werden können, sollte der Agent zunächst als Entwurf oder interner Test bestehen bleiben.
- Zweck und erwartetes Ergebnis:
- erlaubte Datenquellen:
- nicht erlaubte Daten:
- Nutzergruppe und Verantwortliche:
- erlaubte Aktionen:
- erforderliche menschliche Bestätigung:
- erwartete Kosten oder Verbrauchseinheiten:
- Testfälle und Abbruchkriterien:
- Prüfdatum und nächster Review: