Redaktionelle Vorauswahl
Die Einordnung beruht auf dokumentierten Produktfunktionen und Anbieterangaben. Es wurden keine Wiederherstellungen, Failover, Malware-Scans oder Supportprozesse selbst getestet. Partnerstatus und Provisionshöhe sind kein Auswahlkriterium.
- Keepit: sinnvoller Ausgangspunkt für SaaS-zentrierte Umgebungen mit Microsoft 365, Google Workspace oder mehreren Geschäftsanwendungen und dem Wunsch nach unabhängiger Wiederherstellung.
- HYCU R-Cloud: interessant für Unternehmen, die SaaS-Anwendungen mit Hybrid- und Cloud-Workloads verbinden und ein breiteres, workloadabhängiges Modell benötigen.
- Rubrik Security Cloud: interessant für größere Organisationen, die Daten-, Identitäts- und SaaS-Resilienz sowie zentrale Richtlinien und Wiederherstellung verbinden möchten.
- Druva Data Resiliency Cloud: interessant für heterogene Umgebungen mit SaaS, Endpoints, Rechenzentrum und Public Cloud unter einer cloudbasierten Plattform.
Vergleichsbasis: Was ist hier vergleichbar?
Alle vier Plattformen können Daten aus SaaS-Anwendungen sichern und wiederherstellen. Je nach Anbieter kommen Identitätsdaten, Cloud-Workloads, Endpoints, Rechenzentren, Aufbewahrung, unveränderbare Speicher und Wiederanlauf-Funktionen hinzu.
Die Grenzen sind wichtig:
- SaaS-Backup schützt Daten in Anwendungen wie Microsoft 365 oder Google Workspace vor versehentlicher Löschung, Fehlkonfiguration und bestimmten Angriffsszenarien.
- Endpoint-Backup schützt Dateien oder Systemdaten auf Laptops und Desktopgeräten. Dafür sind spezialisierte Lösungen wie Backblaze oder Datto Endpoint Backup besser direkt vergleichbar.
- Disaster Recovery stellt Systeme oder Workloads nach einem Ausfall in einer Zielumgebung wieder bereit. Das erfordert andere Kriterien wie RPO, RTO, Failover, Failback und Testwiederherstellung.
- Cyber-Resilience verbindet Schutz, Wiederherstellung, Identität, Governance und teilweise Sicherheitsanalyse. Eine solche Plattform ist nicht automatisch in jedem Bereich gleich tief.
HYCU R-Cloud
HYCU beschreibt eine Plattform für SaaS-Anwendungen, Hybrid- und Cloud-Infrastruktur sowie weitere Workloads. Die Preisseite trennt unter anderem Backup & Recovery, Enterprise Resilience und Unified Resilience und nennt für einzelne SaaS-Anwendungen eine nutzerbezogene Orientierung. Für Hybrid- und Cloud-Workloads verweist HYCU häufig auf ein individuelles Angebot.
Für Microsoft 365 nennt HYCU granularen Zugriff auf E-Mails, Kontakte, Aufgaben, OneDrive- und SharePoint-Inhalte sowie Wiederherstellung und unveränderbare beziehungsweise WORM-orientierte Schutzmechanismen. Die tatsächliche Abdeckung hängt von Connector, Edition und Speicherziel ab.
Stärke: breite Workload-Abdeckung und Einordnung in eine zentrale Plattform.
Wichtigste Einschränkung: Die Plattform ist deutlich breiter als ein einfacher Endgeräte-Backup-Tarif. Workload, Nutzerzahl, Speicher, Region und Add-ons müssen im Angebot zusammengeführt werden.
Keepit
Keepit konzentriert sich sichtbar auf SaaS-Backup und Wiederherstellung. Für Microsoft 365 nennt Keepit unter anderem Exchange Online, OneDrive, SharePoint und Teams. Für Google Workspace werden unter anderem Gmail, Google Drive, Shared Drives, Kalender und Aufgaben aufgeführt; einzelne Dienste und Sonderfälle haben eigene Einschränkungen.
Keepit nennt drei Service-Stufen: Core Continuity, Business Resilience und Enterprise Resilience. Die Preisseite weist auf fünf- beziehungsweise zehnjährige Aufbewahrungsmodelle, auswählbare Datenregionen, immer verfügbaren Speicher sowie Sicherheits- und Administrationsfunktionen hin. Das sind Anbieterangaben und keine unabhängige Zertifizierung.
Keepit nennt derzeit mehrere Datenzentrumsregionen, darunter EU-DE und EU-DK. Das ist hilfreich für eine Vorauswahl, ersetzt aber keine Prüfung der Support-, Unterauftragnehmer- und sonstigen Datenwege im konkreten Vertrag.
Stärke: klare SaaS-Ausrichtung, detaillierte Connector-Abdeckung und sichtbare Datenregionsauswahl.
Wichtigste Einschränkung: Keepit ist kein allgemeiner Ersatz für Bare-Metal-Recovery, Endpoint-Schutz oder eine vollständige Server-Disaster-Recovery-Plattform.
Rubrik Security Cloud
Rubrik beschreibt Schutz für Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce, Jira, Power Platform und weitere Cloud- und Hybrid-Workloads. Zusätzlich stellt Rubrik Identitätsresilienz für Entra ID, Active Directory und Okta sowie Funktionen zur Wiederherstellung kritischer Geschäftsabläufe heraus.
Die Plattform wird als cloudbasierte Schutz- und Wiederherstellungsumgebung mit unveränderbaren beziehungsweise logisch getrennten Sicherungskopien, Richtlinien und granularen Wiederherstellungen beschrieben. Rubrik nennt außerdem Cloud- und SaaS-spezifische Lösungen; diese dürfen nicht automatisch als ein einziger Tarif mit identischem Funktionsumfang verstanden werden.
Stärke: Verbindung von Daten-, Identitäts- und SaaS-Resilienz für anspruchsvolle Umgebungen.
Wichtigste Einschränkung: Enterprise-Fokus, individuelle Preisermittlung und unterschiedliche Produktlinien erschweren einen einfachen Kostenvergleich.
Druva Data Resiliency Cloud
Druva beschreibt eine cloudbasierte Plattform für SaaS-Anwendungen, Endpoints, Rechenzentren und Public-Cloud-Workloads. Genannt werden unter anderem Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce, Entra ID, VMware, Hyper-V, Nutanix, AWS und Azure – jeweils abhängig von Produktlinie und Lizenz.
Die Preisübersicht unterscheidet unter anderem einzelne Workloads, eine SaaS Universal License und ein Essentials Pack. Druva nennt für Disaster Recovery eine Wiederherstellung in eine AWS-Umgebung; dabei können zusätzliche AWS-Kosten im Kundenkonto entstehen. Diese Kosten gehören nicht automatisch zum Druva-Preis.
Stärke: sehr breite Workload-Abdeckung und einheitliches cloudbasiertes Betriebsmodell.
Wichtigste Einschränkung: Lizenzierung und Gesamtbetriebskosten müssen für die konkrete Kombination aus SaaS, Endpoints, Cloud und Rechenzentrum kalkuliert werden.
Entscheidungskriterien
1. Welche Daten sollen geschützt werden? Nur Microsoft 365, mehrere SaaS-Apps, Endpoints, virtuelle Maschinen, Datenbanken oder Public-Cloud-Ressourcen? 2. Welche Wiederherstellung ist erforderlich? Einzelne Datei, Benutzerkonto, komplette Anwendung, Identität, virtuelle Maschine oder laufender Workload? 3. Wie lange müssen Daten zurückgeholt werden können? Aufbewahrung ist nicht dasselbe wie ein getestetes Wiederanlaufziel. 4. Muss ein Anbieter eine bestimmte Datenregion anbieten? Speicherregion, Verarbeitung, Support und Unterauftragnehmer getrennt prüfen. 5. Welche Kostenbasis gilt? Nutzer, Workload, Endpoint, Speicher, Modul, Retention, Cloud-Compute und Wiederherstellungskosten müssen getrennt betrachtet werden.
Was vor einer Entscheidung offen bleibt
- konkrete Preise und Mindestmengen für die gewünschte Workload-Kombination,
- genaue Datenwege, Unterauftragnehmer, DPA/AVV und Aufbewahrungsregeln,
- tatsächlich erreichbare RPO-/RTO-Werte und Bedingungen für Failover,
- Wiederherstellung von Gastbenutzern, Sonderformaten, Metadaten und Berechtigungen,
- Gebühren für Cloud-Compute, Egress, Speicher oder zusätzliche Recovery-Module,
- tatsächlicher Einführungs- und Administrationsaufwand.
Abgrenzung zu anderen Atlas-Bereichen
Dieser Vergleich behandelt primär SaaS-Backup und breitere Datenresilienz. Für Endpoints und Geräte ist der separate Endpoint-Security-/Endpoint-Backup-Kontext relevant. Für laufende Geräteverwaltung gibt es den RMM-Vergleich. Für vollständige Business Continuity und Disaster Recovery müssen RPO, RTO, Failover, Failback und Wiederherstellungstests separat betrachtet werden.