Was die Anbieter jeweils abdecken
Proton for Business
Die aktuelle Business-Übersicht nennt zwei Workspace-Stufen. Beide enthalten laut Anbieter Mail, Calendar, Drive, Docs, Sheets, Meet, VPN und Pass. Workspace Standard umfasst 1 TB Speicher pro Nutzer, bis zu 15 eigene E-Mail-Domains und Meetings mit bis zu 100 Teilnehmenden. Workspace Premium erhöht diese Grenzen auf 3 TB, 20 Domains und 250 Teilnehmende und ergänzt unter anderem Lumo sowie Aufbewahrungsrichtlinien.
Für den Security-Bereich besonders relevant sind:
Die Verfügbarkeit einzelner Admin- und Sicherheitsfunktionen hängt vom konkreten Produkt- oder Workspace-Plan ab. Eine allgemeine Suite-Beschreibung ersetzt deshalb keine Tarifprüfung.
- Proton Pass mit Team-Vaults und gemeinsam verwalteten Zugangsdaten
- zentrale Benutzerverwaltung und – je nach Plan – differenzierte Admin-Rollen
- Richtlinien für Passwortregeln, Zwei-Faktor-Authentifizierung und das Teilen von Vaults
- Activity Monitor beziehungsweise Aktivitätsprotokolle für unterstützte Business- und Professional-Pläne
- verschlüsselte Mail-, Datei- und Dokumentenfunktionen der Suite
Tuta Business
Tuta stellt auf der Business-Seite die Stufen Essential, Advanced und Unlimited gegenüber. Genannt werden unter anderem 50, 500 beziehungsweise 1.000 GB Speicher, eigene Domains, Kalender und zusätzliche E-Mail-Adressen. Die Seite beschreibt außerdem eine Admin-Konsole, mehrere Admin-Rollen, zentrale Abrechnung sowie das Zurücksetzen oder Deaktivieren von Benutzerkonten.
Für die Entscheidung ist die Abgrenzung wichtiger als eine bloße Feature-Liste: Die Business-Seite fokussiert Mail, Kalender, Domains und Teamverwaltung. Ein mit Proton Workspace gleichartiger Umfang aus VPN, Passwortmanager, Drive, Dokumenten, Tabellen und Videokonferenzen ist daraus nicht abzuleiten. Tuta eignet sich daher eher als datenschutzorientierte Kommunikationslösung als als vollständiger Ersatz für eine Workspace.
Tuta nennt Monats- und Jahreszahlung; Steuern werden separat ausgewiesen. Der dynamische Preisbereich wird in diesem Vergleich nicht als feste Zahl wiedergegeben, wenn der aktuelle Betrag im Abruf nicht zuverlässig auslesbar ist. Vor Abschluss sollten Preis, Tarif, Speicher, Domains, gemeinsame Mailboxen und Support direkt im Anbieter-Konto geprüft werden.
Preise und Abrechnung bei Proton
Die offizielle Business-Preisseite nennt am Prüfdatum:
Die Beträge sind USD-Listenpreise pro Nutzer. Steuern können hinzukommen; regionale Darstellung, monatliche Zahlungsoptionen und Enterprise-Konditionen müssen vor dem Abschluss im konkreten Konto geprüft werden. Die Zahlen sind daher kein verbindliches Angebot und nicht mit einem reinen Passwortmanager-Tarif gleichzusetzen.
- Workspace Standard: 12,99 USD pro Nutzer und Monat als monatlicher Gegenwert einer jährlichen Zahlung; Proton weist eine jährliche Abrechnung von 155,88 USD pro Nutzer aus.
- Workspace Premium: 19,99 USD pro Nutzer und Monat als monatlicher Gegenwert einer jährlichen Zahlung; Proton weist eine jährliche Abrechnung von 239,88 USD pro Nutzer aus.
- Testphase: 14 Tage laut Anbieter.
Administration und Offboarding
Proton beschreibt für Professional- und Workspace-Pläne drei differenzierte Rollen: Organization Admins, User Admins und Security Admins. Damit können Benutzerverwaltung, Sicherheitsrichtlinien, SAML-/SCIM-Konfiguration und Aktivitätsüberwachung je nach Berechtigung getrennt werden. In einfacheren Plänen gilt weiterhin die grundlegendere Unterscheidung zwischen Administratoren und Benutzern.
Für Proton Pass nennt die Administrationsdokumentation das Hinzufügen und Entfernen von Benutzern, die Zuweisung von Berechtigungen, das Widerrufen von Sitzungen sowie das Löschen von Mitgliedern aus der Organisation. Vor einer Einführung sollte die IT-Verantwortung dennoch mit einem Testkonto durchgespielt werden: Wer übernimmt Vaults, Wiederherstellung, gemeinsame Konten und offene Zugänge, wenn ein Mitarbeiter ausscheidet?
Tuta beschreibt ebenfalls eine Admin-Konsole mit mehreren Admin-Rollen, zentraler Abrechnung sowie dem Zurücksetzen von Passwörtern und zweiten Faktoren. Für beide Anbieter bleibt die konkrete Offboarding-Umsetzung vom Tarif und vom eigenen Prozess abhängig. Besonders zu klären sind gemeinsame Mailboxen, Kontowiederherstellung, exportierbare Daten und der Zugriff auf alte Kalender oder Dateien.
Datenschutz und Datenregion
Proton AG sitzt laut Datenschutzrichtlinie in der Schweiz. Die Produkt- und Business-Unterlagen beschreiben Verschlüsselung und einen eingeschränkten technischen Zugriff auf verschlüsselte Inhalte. Gleichzeitig dokumentiert Proton für bestimmte Zwecke zusätzliche Aktivitätsdaten, etwa An- und Abmeldeereignisse, 2FA- und SSO-Ereignisse, Wiederherstellungsvorgänge sowie Geräte- und IP-Metadaten.
Die allgemeine Datenschutzrichtlinie nennt außerdem einzelne Prozessoren und Verarbeitungsorte außerhalb der EU, unter anderem in der Schweiz, Nordmazedonien, Taiwan und den USA. Daraus folgt keine EU-only-Zusage. Für einen Unternehmenseinsatz sind deshalb mindestens Produkt, Tarif, konkrete Funktion, DPA, Unterauftragnehmer, Übermittlungsgrundlage, Löschung und administrative Protokolle gemeinsam zu prüfen.
Das Proton-DPA beschreibt Proton als Auftragsverarbeiter und regelt unter anderem Unterauftragsverarbeiter, Sicherheitsmaßnahmen und Audit-Rechte. Es ist eine wichtige Vertragsquelle, aber kein pauschaler Nachweis für die Rechtmäßigkeit eines konkreten Einsatzes.
Tuta nennt auf der Business-Seite Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, verschlüsselte Kalender und eigene Server in Deutschland sowie ein GDPR Data Processing Agreement. Das ist eine belastbare Anbieterangabe für die dort beschriebenen Funktionen, aber keine pauschale EU-only-Zusage für jeden Support-, Zahlungs- oder Drittprozess. Die konkrete Vertragsfassung, Unterauftragnehmer, Löschfristen und administrative Metadaten müssen vor dem Einsatz geprüft werden.
Wann welcher Anbieter eher passt
Proton eher passend: kleine und mittlere Teams, die Mail, Dateiablage, Kalender, Meetings, VPN und Passwortverwaltung in einer Suite bündeln möchten und mit internationalen Verarbeitungswegen umgehen können.
Tuta eher passend: Teams, die verschlüsselte Business-Mail und Kalender mit eigenen Domains, Administration und deutscher Serverbasis priorisieren und keinen integrierten VPN-, Passwortmanager- oder umfassenden Dateisuite-Ersatz benötigen.
Für beide weniger passend: Unternehmen, die primär EDR, XDR, CVE-Priorisierung, Patchautomatisierung oder ein SIEM benötigen. Ebenso offen bleibt die Eignung, wenn zwingend eine ausschließlich in der EU stattfindende Verarbeitung aller Daten und Supportprozesse verlangt wird.
Was vor einer Entscheidung offen geprüft werden sollte
1. Welche Suite- oder Einzelproduktfunktionen werden tatsächlich benötigt? 2. Welche Datenarten entstehen in Mail, Drive, Pass, VPN und Aktivitätsprotokollen? 3. Welche Admin-, SSO-, SCIM- und Wiederherstellungsfunktionen sind im gewählten Tarif enthalten? 4. Wie werden Vaults, Konten und Geräte beim Offboarding übergeben oder gesperrt? 5. Welche Prozessoren, Regionen und Vertragsunterlagen gelten für die konkret genutzten Dienste?
Proton und Tuta sind damit redaktionell passende, aber unterschiedlich breite Kandidaten für sichere Kommunikation und datenschutzorientierte Zusammenarbeit. Die Aufnahme in diese Security-Übersicht bedeutet keine pauschale Sicherheits- oder Compliance-Empfehlung. Proton ist in diesem Vergleich als Partnerlink gekennzeichnet; Tuta ist als offizielle Anbieter-Alternative ohne Partnerlink enthalten.