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Transparenz · EU AI Act

ChatGPT plant unsichtbare Text-Wasserzeichen in der EU

OpenAI kündigt ein statistisches Herkunftssignal für berechtigte ChatGPT- und Codex-Texte in der Europäischen Union an. Für Leser bleibt es unsichtbar.

Von Project Atlas Redaktion · 23.10.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Kurz gesagt: Das Signal verändert nicht sichtbar den Text und fügt keine versteckten Zeichen ein. Es kann Hinweise auf eine OpenAI-Beteiligung liefern, ist aber kein sicherer Beweis für vollständige KI-Autorenschaft.

Was OpenAI angekündigt hat

OpenAI beschreibt die Technik als textGrain. Sie verändert bei der Generierung geringfügig das statistische Muster der Wort- und Token-Auswahl. Über einen passenden Prüfdienst kann anschließend untersucht werden, ob dieses Muster vorhanden ist.

Der Start erfolgt schrittweise für berechtigte ChatGPT- und Codex-Ausgaben in der EU. Bei API-Kunden ist die Funktion weltweit zunächst optional und wird in den Projekteinstellungen aktiviert.

Ist das Wasserzeichen sichtbar?

Nein. OpenAI erklärt ausdrücklich, dass keine unsichtbaren Leerzeichen, Sonderzeichen oder zusätzlichen Wasserzeichen-Tokens eingefügt werden. Beim Lesen und normalen Kopieren sieht der Text unverändert aus.

Was ein Treffer bedeutet

  • Ein Treffer ist ein technisches Herkunftssignal, das auf eine OpenAI-Verarbeitung hindeuten kann.
  • Er beweist nicht, dass der gesamte Text von ChatGPT stammt.
  • Er sagt nichts über Wahrheit, Qualität, Eigentum oder rechtliche Verantwortung aus.
  • Er identifiziert weder den Nutzer noch den Prompt oder das Konto.

Wo die Grenzen liegen

Kurze und stark vorgegebene Texte sind schwieriger zuverlässig zu prüfen. Umfangreiche Überarbeitung, Übersetzung oder Paraphrasierung kann das Signal abschwächen. Umgekehrt ist ein negatives Prüfergebnis kein Beweis dafür, dass ein Text von Menschen geschrieben wurde.

Was Unternehmen beachten sollten

Das Wasserzeichen ersetzt keine sichtbaren Hinweise, wenn diese im konkreten Einsatz erforderlich sind. Unternehmen sollten weiterhin dokumentieren, wo KI eingesetzt wird, wer Inhalte prüft und ob für Kunden, Mitarbeitende oder veröffentlichte Inhalte zusätzliche Kennzeichnungen nötig sind.

Für redaktionelle Texte bleibt die wichtigste Maßnahme die fachliche Prüfung: Quellen kontrollieren, Aussagen verantworten und den tatsächlichen menschlichen Beitrag nachvollziehbar machen.

Fazit

Ja, ChatGPT soll in der EU künftig unsichtbare Text-Wasserzeichen verwenden. Dabei handelt es sich nicht um ein sichtbares Etikett und nicht um einen perfekten KI-Detektor. Es ist ein zusätzliches Herkunftssignal im Rahmen der Transparenzregeln des EU AI Act.